3 – Der Hammer fällt

Die Stadt Tash‘var – eigentlich völlig unbedeutend, doch urplötzlich ins Scheinwerferlicht einer plantaren Invasion gestoßen – der erste Hauptschauplatz des Krieges: den hier sollte der erste menschliche Fuß die Welt Bast betreten – der erste seit Jahrtausenden, wenn nicht seit Anbeginn der Zeit.

Und so war es der Fuß von Sergeant Rhakho von Scouttrupp Tømmer, 10th Kompanie der Ghost Wolves der als erstes die Oberfläche von Bast berührte. Leise, beinahe lautlos war sein Eintreffen und das seiner Kameraden, entlassen an Grav-Schirmen aus dem Bauch eines Thunderhawk-Transporters in großer Höhe, gedeckt von orbitalen Bombardements der kleinen imperialen Flotte.

Der Auftrag von Trupp Tømmer war simpel – Auskundschaften der feindlichen Verteidigungsanlagen sowie finden und sichern einer vorteilhaften Stellung für eine Himmelsschild Landeplattform zum schnellen Verlegen von Truppen und insbesondere den superschweren Rittern von Haus Taranis.

Die mehrere Stunden dauernde Konstruktion der Plattform durch die Tech-Priester des Adeptus Mechanicus blieb schließlich trotz dem erneut zum Einsatz gebrachten psionischen Tarn-Schleiers der Ghost Wolves Scriptoren zwar nicht unbemerkt, doch konnten die Tau Einheiten bis zum Landen der ersten Ritter in Schach gehalten werden.

Und als erst die ehrenwerten Maschinengeister von ‚Flammenschlag‘, ‚Glutwächter‘ und ‚Der Rote Ritter‘ auf Bast erwacht waren, konnte deren entfesseltem Gelüst nach Rache für ihren vor wenigen Stunden gefallenen Bruder keine Mauer, kein Schild und kein Verteidiger von Tash’var standhalten.

Selbst die als Schocktruppen zurückgehaltenen Unterstützungsteams der Ghost Wolves hatten Mühe, nach den ersten Breitseiten aus Thermalkanonen, Schnellfeuerkampfgeschützen und Gatling-Kanonen überhaupt noch Ziele im Angriffsvektor auszumachen.

Und so blieb nach wenigen Stunden außer imperialen Einheiten nur eine kleine mobile Eldar Streitmacht in den Ruinen der Außenbezirke von Tash’var zurück. Eine Streitmacht, die interessanter Weise reichlich spät eingetroffen war – so spät, dass sie nur noch die vollkommene Vernichtung ihrer (einstigen?) Verbündeten bestätigen konnte…

2 – Die Zeit läuft ab

Mit der Landeoperation auf dem Mond von Bast in vollem Gange verschwendeten die Ghost Wolves und Haus Taranis keine Minute, um nach ihrem gelungenen Überraschungsangriff weiter Druck auf die Verteidiger auf Yomin aufzubauen. Dieselben Einheiten, die auch schon die provisorische Landeplattform gehalten hatten nahmen nun direkten Kurs auf die Tau Sektorbasis Va’Vela, Hauptstützpunkt der Tau auf der Mondoberfläche.

Doch dies sollte kein so leichter Kampf werden – zwar war Va’Vela nur ein kleiner Außenposten auf einem unbedeutenden Mond – doch war hier erst vor wenigen Tagen ein neuartiger, superschwerer Stormsurge Kampfläufer von den zentralen Konstruktionswelten der Tau eingetroffen, der auf Yomin in Niedrig-Gravitations-Umgebung getestet werden sollte. Ein Umstand, der der imperialen Kriegmaschinerie, und besonders den Rittern von Haus Taranis noch Kopfschmerzen bereiten sollte.

Die disziplinierten Verteidiger der Tau warteten unbeeindruckt der titanischen Kampfläufer bis diese sich in ihrer optimalen Feuerreichweite befanden und entfesselten dann einen wahren Feuersturm. Dutzende Raketen strömten aus den Lafetten der beiden Dornenhai-Panzern und von den Schulterhalterungen des Stormsurge, und als sich der aufgewirbelte Staub schließlich legte konnte man die Überreste des ersten in diesem Konflikt gefallenen Läufers von Haus Taranis erblicken.

Und nicht nur dieser Erfolg gab den Tau Grund zur Hoffnung – unbemerkt von den imperialen Streitkräften war es einem der wichtigsten Persönlichkeiten des jungen Volkes gelungen, sich durch die feindlichen Linien zurück in die temporäre Sicherheit der Sektorbasis zu bringen: Aun’Va höchstpersönlich hatte auf dem Weg zu den primären Konfliktgebieten im Damocles Sektor Halt im Orbit von Bast gemacht, und, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen, auf eine umfangreiche Schutztruppe verzichtet.

Umso mehr waren die Verteidiger erleichtert den Teufelrochen Transporter des Himmlischen in der Eco-Kuppel der Sektorbasis eintreffen zu sehen, und nach dessen Evakuierung den generellen Rückzugsbefehl zu erhalten.

Und so fiel Basts Mond nur wenige Stunden nach Ausbruchs des Konflikts in die Hände des Imperiums der Menschheit, währenddessen die Harlequins in den Tiefen des Netzes der Tausend Tore und die Eldar auf Weltenschiff Iyanden bereits an einer Verteidigungsstrategie für den Planeten selbst arbeiteten.

Denn Kampf um Bast hatte eben erst begonnen.

1 – Erster Kontakt

„Multiple unidentifizierte Kontakte in Sektor 139.985N! Erste Alarmgruppe Jaxith auf dem Weg zu den Hangars! Sämtliches Personal der Feuerkaste auf ihre Gefechtsstationen! DIES IST KEINE ÜBUNG!!!“ 

– Erste Durchsage in Tau Sektorbasis Va’Vela, exakt 247 Sekunden nach Landung des ersten Thunderhawk Transporters auf Yomin.

 

Doch auch die Eldar und ihre Verbündeten konnten eine Landung der Streitkräfte des Imperiums der Menschheit auf Yomin nicht mehr verhindern. Zu spät und zu wenige Einheiten konnten rechtzeitig mobilisiert werden, und auch die schnelle Eingreiftruppe der Tau konnte trotz ihres unbestreitbaren Heldenmutes wenig gegen die geballte Macht der Invasoren ausrichten.

Sobald die ersten superschweren Landungsschiffe von Haus Taranis eintrafen und ihre tödliche Fracht auf die Mondoberfläche entluden war es nur noch eine Frage der Zeit bis die zerbrechliche Allianz überrannt werden würde.

Zu diesem Schluss kam auch der Runenprophet Irildavar, der seine Kräfte höchstpersönlich den ‚Mon’keigh‘ entgegengestemmt hatte. Angesichts der verheerenden Feuerkraft der titanischen Kriegsmaschinen, die entfesselten Rachegöttern gleich durch den Mondstaub schritten, entschied sich der erfahrene Anführer der Eldar kurzerhand für einen geordneten Rückzug um nicht noch mehr wertvolle Eldar Leben sinnlos zu opfern.

Und so fiel der letzte Tau der Eingreiftruppe der Feuerkaste nur wenige Minuten nach Abzug der Eldar.

0.1 – Unsichtbar

[Neue verschlüsselte Übertragung]

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[Absendersignatur bestätigt – Entschlüsselung wird durchgeführt]

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„Ser, hier spricht Garibald Ahmadi, 1. Adjutant zu Flottenadmiral Sobotta, unserem Kommandanten der Streitkräfte im Damocles Sektor. Der Admiral lässt Haus Taranis für die schnelle Entsendung Ihrer Ritter danken und bestätigt hiermit die Übernahme des Kommandos über Ihren Kampfverband.

Sie werden angewiesen sich unverzüglich zu den im Anschluss folgenden Koordinaten zu begeben und dort mit Kampfgruppe alpha-epsilon-637 (Deklination: Space Marine Orden der Ghost Wolves) zusammenzuschließen, die gegenwärtig ihre Wartungs- und Reparaturarbeiten abschließt. Stehen Sie anschließend für weitere Befehle bereit.

Und Ser – es ist uns eine Ehre Haus Taranis an unserer Seite zu wissen!“

 [Ende der Übertragung]

– Gelobt sei unser Licht in der Dunkelheit, der Göttlicher Imperator auf seinem Goldenen Thron –

  

~

 

 „Ser, melde untertänigst – noch 24h bis zum Eintritt in den Orbit von Bast. Die letzten Vorbereitungen zur Landung auf dem Mond Yomin sind nahezu abgeschlossen. Alle unsere Ritter sind aufmunitioniert und zu 100% einsatzbereit. Augenblicklich erhalten sie von den ehrenwerten Tech-Priestern des Mars die letzten Salbungen.“

„Gut. Der psionische Schleier?“

„Sowohl unsere als auch die Scanner der Ghost Wolves registrieren bisher keine feindlichen Aktivitäten – die Tau haben keine Ahnung“

0 – Bast

Die Welt Bast – eigentlich völlig unbedeutend, ein Nebenschauplatz, wenn überhaupt, in den Randbezirken des Damocles-Golfes. Umkreist von einem einzelnen Mond, kolonisiert im Zuge der 2. Expansionswelle des Tau Imperiums von der Vior’la Septe, und relativ weit entfernt von den zentralen Flottenwegen.

Perfekt geeignet also, um die Theorie des Unwissens der Tau über die Gefahren und Potentiale des Warps zu widerlegen oder zu bestätigen. Denn sollte dieses junge Volk tatsächlich völlig ahnungslos sein, ließen sich die Streitkräfte eines einzelnen Planeten mithilfe von einem massiven Einsatz von Psionikern sicherlich leicht überwältigen. Und wenn nicht, nun dann hätte man zumindest neue Erkenntnisse gewonnen und könnte diese im weiteren Verlauf des Damocles Feldzugs einsetzen.

Um eine schnelle, schlagkräftige Einsatzgruppe zusammenzustellen wurden sowohl ein Teil der Streitkräfte der Imperialen Ritter vom ehrenwerten Haus Taranis von der Hauptstreitmacht abgezogen, als auch der Space Marine Orden der Ghost Wolves verpflichtet, dessen Kampfverband sich gegenwärtig ohnehin für Reparaturen und Aufmunitionierung hinter den Frontlinien befand.

Und tatsächlich gelang es den Streitkräften der Menschheit, sich dank der vereinten Anstrengungen der Scriptoren der Ghost Wolves weitestgehend unbemerkt an Bast anzunähern, und dessen nur leicht befestigten Mond Yomin, auf dem zunächst ein Brückenkopf etabliert werden sollte.

Weitestgehend – da zwar die Tau nichtsahnend ihrem Tagewerk nachgingen – doch eine andere Rasse äußerst aufmerksam die Vorgänge auf und um Bast verfolgte.

Aufgesucht von der Harlequin Troupe der Mitternächtlichen Trauer hatte der Rat der Seher des Weltenschiffs Iyanden nach tagelangen Meditationssitzungen, Runenlesungen und für Eldar-Verhältnisse untypisch hitzigen Diskussionen schweren Herzens die Entscheidung getroffen den Kurs auf Bast zu ändern, um den Angreifern die Stirn zu bieten. Doch was genau die Schattenseher der Harlequins und die Runenleser und -Propheten des Weltenschiffs in den verschlungenen Pfaden der Zukunft gesehen hatten, um wertvollen Eldar-Leben für Außenseiter aufs Spiel zu setzen – das wissen wie so oft nur die Mitglieder dieser geheimnisvolle Rasse selbst…